Verwilderte ( Haus- ) Katzen

sind solche, die entweder schon in Freiheit geboren wurden, oder durch fehlenden Kontakt nie einen Bezug zu Menschen aufbauen konnten oder
solche, die aus welchem Grund auch immer weggelaufen, oder von ihren Menschen verstoßen, ausgesetzt, vertrieben worden sind.

Verwilderte Hauskatzen sind KEINE Wildkatzen ! Wildkatzen sind auch in Deutschland heimisch. Sie sind jedoch eine eigene Spezie. Sie haben NICHTS mit verwilderten Hauskatzen zu tun.

Verwilderte Katzen haben ein sehr schweres Leben!

In der heutigen  Umwelt, die alles andere als katzengerecht und vielerorts katzenunfreundlich bis katzengefährlich ist, haben sie große Schrierigkeiten zu überleben. Das klingt nun vielleicht seltsam, angesichts der Menge an Fundtieren in den Tierheimen bzw. eingefangenen Katzen, aber hier ist eher die einzelne Katze gemeint, als die Population der verwilderten Katzen.


Ihr Lebensraum ist stark beeinträchtigt durch all die Gefahren, denen auch unsere behüteten Freigänger ausgesetzt sind wie der allgegenwärtige Straßenverkehr , Jäger , Krankheiten, oder einfach Katzenhasser, deren es leider auch viel zu viele gibt. Sie werden vergiftet, misshandelt und/oder erschlagen, oder aber eingefangen und im schlimmsten Fall Versuchslaboren und Pelzhändlern zugeführt.


Ihre Ernährungslage ist schlecht, da es „in freier Natur", besonders aber in den Städten, kaum noch genügend Beutetiere gibt, vor allem nicht wenn zuviele Tiere auf zu dichtem Raum leben müssen.  Wenn sie nicht verhungern, überleben sie meist nur in stark angegriffenem Gesundheitszustand. Sie sind anfällig für parasitäre Erkrankungen (Würmer, Flöhe, Milben etc.), bakterielle Infektionen und Viruserkrankungen (Katzenschnupfen, FeLV, FIP, FIV) und in der Regel ohne tierärztliche Versorgung. Auch bei Verletzungen durch Unfälle oder Revierkämpfen, bzw. Kämpfe um Futter, entbehren sie jeder Hilfe. Nicht wenige sterben an infizierten Wunden die unter einer antibiotischen Behandlung problemlos ausheilen würden.  So haben diese freilebenden Katzen eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur wenigen Jahren. Dies ist statistisch erwiesen. Demnach haben freilebende Kater lediglich eine durchschnittliche "Lebenserwartung" von 2,3 Jahren und Kätzinnen von 3,5 Jahren. Viele sterben bereits als Welpen oder Jungtiere.


Am schwersten haben es diejenigen Tiere, die erst in höherem Alter auf sich selbst gestellt sind. Fehlt ihnen doch die „Erziehung" der Mutter zu einem Leben ohne menschliche Hilfe.
Solche verwilderten Katzen leben hier in Deutschland überall, dem, der Augen hat, sie zu sehen, werden sie bald übergehen, denn es sind unermesslich viele - und es ist ein unermesslich großes Leid!

Sie leben in der Stadt, in Parks und Grünanlagen,  leerstehenden Häusern,  alten Fabrikanlagen,                                                                       
in Hinterhöfen, Garagen, leerstehenden oder zugänglichen Kellern, auf Friedhöfen und in Laubenkolonien, in der Nähe von Schrottplätzen, auf weitläufigem Fabrik- oder Bundeswehrgelände, aber auch in den Gärten von Villensiedlungen.   Auf dem Land in der Nähe von Bauernhöfen, Gärtnereien und wo immer sie Futter- und Unterschlupfmöglichkeiten finden.

Wer nun denkt, dort wären sie auch ja auch versorgt, irrt leider...

Es ist zwar manchmal so, daß Bauern „ihren" Hof- und Stallkatzen auch Brosamen zukommen lassen, aber meist ist es zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Sie sollen ja auch Mäuse fangen. Es wird dabei leider übersehen, daß eine kranke, schwache Katze kaum mehr die Kraft hat Mäuse zu fangen, während selbst gutgenährte und gefütterte "Stubentiger" Mäuse fangen wo immer sie sie auch erwischen, bloß dann meist nicht mehr fressen. Und so manche gut gefütterte Katze legt als "Tauschgeschenk" neben ihren Futternapf immer mal wieder erbeutete Mäuse! Das spricht doch wohl für sich!

Leider hält sich auch bei den Bauern hartnäckig das Vorurteil, daß kastrierte Katzen gar keine Mäuse mehr fangen würden, was natürlich völliger Unsinn ist. Ich würde diese Bauern gern zu mir zu einer kleinen Vorführung einladen, wie sehr meine allesamt kastrierten Katzen hinter jeder Maus her sind! Hier ist Aufklärungsarbeit dringend erforderlich!


Es ist auch  richtig, daß es überall gottlob immer wieder Menschen gibt, die ihr letztes Hemd dafür geben, solche Streuner zu betreuen, Futterplätze und Unterschlupfmöglichkeiten einrichten und versorgen, aber es reicht vorne und hinten nicht, zumal es eine Sisyphusarbeit ist, da es immer wieder zu Nachwuchs kommt wenn die erwachsenen Tiere nicht kastriert werden!

VERWILDERTE KATZEN BRAUCHEN FUTTERPLÄTZE!

Diese sollten dergestalt sein, daß die Katzen dort in Ruhe und ungestört Fressen können.Also nicht gerade einen Futterplatz neben "Hundegassi Wegen" oder an vielbefahrenen Straßen anlegen. Die Futterplätze müssen gegen Feuchtigkeit geschützt sein, damit es nicht in die Schüsseln rein regnet und das Futter verdirbt. Trockenfutter ist besser geeignet als Dosenfutter - und auch auf die benötigte Menge gesehen, billiger. Zumal es im Winter bei frostigen Temperaturen nicht gefriert und im Sommer nicht von Fliegen heimgesucht wird. Kann man es jedoch so einrichten, daß man in den "Übergangszeiten" wie Frühjahr und Herbst auch mal Dosenfutter zufüttern kann, werden die meisten Streuner dies gern zur Abwechselung ihres Speiseplans annehmen.Oder man füttert im Sommer generell nur abends Dosenfutter, wenn die Fliegen nicht mehr aktiv sind, und nur so viel wie bis zum nächsten Morgen gefressen wird.
Wenn nicht von den örtliche Gegebenheiten her ein solcher Schutzraum für das Futter zur Verfügung steht, kann man auch selbstgebaute Futterhäuser in Form kleiner "Bushaltestellen", also nach drei Seiten und oben hin geschützt, nach vorne hin offen,  aufstellen, damit auch dem Fluchtinstinkt der verwilderten Katzen Rechnung getragen wird.

VERWILDERTE KATZEN BRAUCHEN UNTERSCHLUPFMÖGLICHKEITEN!

Wenn die Tage und erst recht die Nächte im Herbst und Winter kälter werden, brauchen auch wild lebende Katzen Orte, an denen sie sich aufwärmen können. Sie entwickeln zwar ein dickeres Winterfell als ihre im Haus behüteten Artgenossen, aber das reicht nicht immer... Vor allem nasse Kälte mit tagelangem Dauerregen setzt den Tieren zu und macht sie anfällig für Erkältungs-  und andere Krankheiten.
Wenn nicht vor Ort solche „natürlichen" Winterplätze vorhanden sind, kann man auch hier Abhilfe schaffen, indem man „Styroporkisten" aufstellt. Hierzu nimmt man einen großen, stabilen Papp- Karton mit einem ca. 10 x 10 cm großen „Einstiegsloch". Der Karton wird von innen mit Styroporplatten isoliert, von außen kommt dick Zeitungspapier herum, das Ganze mit wasserdichter Folie einwickeln und gut mit Packetband umkleben.So wird der Karton für zumindest einen Winter auch regensicher. Die Kiste selber wird zu einem Drittel mit Stroh gefüllt. Man kann auch  Fleecedecken in solche Kisten legen, daß ist noch wärmer und kuscheliger. Bitte öfter kontrollieren, ob die Decke oder das Stroh nicht doch feucht geworden sind und gegebenenfalls austauschen! Fertig ist der Winterschlafplatz, der dann so aufgestellt wird, daß er für die Katzen gut erreichbar, für mißgünstige Menschen aber nicht gleich einsehbar ist! Natürlich sind für mehrere Katzen auch mehrere Kartons notwendig!

STOPPT DEN NACHWUCHS!

Der allerwichtigste Punkt, neben der Fütterung und medizinischen Versorgung solcher Streunerkolonien sind Kastrationsaktionen. Es ist leider nicht damit getan, den erwachsenen Wildlingen Futter und Unterschlupf zu bieten, denn die Vermehrungsquote ist leider sehr hoch, damit einhergehend auch das Leiden und Sterben der meist unterversorgten Kitten. Wenn man bedenkt, daß eine Katze zwei mal im Jahr 4 - 6 Junge bekommen kann, kann man sich leicht ausrechnen, was das für eine Population von sagen wir mal 10 - 12 Katzen in wenigen Jahren bedeutet... Bereits nach drei Jahren wären es knapp 7000 Katzen!
Also ist es umso wichtiger, die Tiere an der Fortpflanzung zu hindern, um den Elendskreislauf von Geburt, Krankheit und frühem Tod zu durchbrechen und zu stoppen!
Dazu werden die Katzen und die Kater eingefangen, kastriert, und, falls möglich, vermittelt, meist aber wieder an ihren Ursprungsort zurückgebracht.
Nun sind Wildlinge und Streuner ja nicht gerade menschenbezogen, sondern in der Regel sehr scheu und mißtrauisch, weswegen man schon einige Tricks aufwenden muß, damit sie einem  in die (Lebend)Falle gehen. In die Enge getrieben können sie in Panik auch schon mal "angreifen", also Vorsicht beim Einfangen einer scheuen, verwilderten Katze.  Lebendfallen werden teils von Tier- und Katzenschutzvereinen ausgeliehen.Dort wird auch die Handhabung erklärt. Als gute "Köder" für den Katzenfang hat sich Thunfisch ( stark riechend ), gebratenes Hühnerfleisch oder gebräunte ( erwärmte ) Butter erwiesen. Solchen "Lekkerlies" können die "Wilden" meist nicht lange widerstehen. Bitte aber eine "fängig" gestellte Falle nicht aus den Augen lassen oder mindestens in halbstündigem Rythmus kontrollieren! Katzen in der Falle sind in großer Panik, daher Falle sofort mit einem dunklen Tuch/Wolldecke abdecken, so werden die Tiere ruhiger. So das Tier in der abgedunkelten Falle "verpackt" sofort zum Tierarzt bringen.


Oft ist es so, daß bei solchen Kastrationsaktionen mehr wert auf das Einfangen der weiblichen Tiere als der männlichen Tiere gelegt wird. Dies ist leider ein Trugschluß, da ein potenter Kater reicht, um zigfachen Nachwuchs zu zeugen, erst recht, da er einen größeren Bewegungsradius hat als die Katzen. Außerdem kommt es zu heftige Revierkämpfe unter potenten Katern in der Deckzeit was wiederum oft zu Verletzungen führt und sie laufen weite Wege um rollige Kätzinnen zu finden und sind dadurch im Straßenverkehr einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt. Also wenn, dann bitte versuchen ALLE Tiere einer Population zu erwischen!

Wichtig ist auch, wenn sie einmal beim Tierarzt sind, sie gleichzeitig zu entwurmen und gegen Flöhe zu behandeln, da diese Parasiten den kätzischen Organismus schwächen, der ja durch die OP zusätzlich belastet wird. Ein Blick ins Mäulchen sollte der Tierarzt auch machen, denn faule, schmerzende Zähne sind leider gerade bei älteren Tieren nicht selten. Auch ist es ratsam, die Tiere, wenn sie in Narkose liegen, gleich zu tätowieren (oder bei dunkler Fellfarbe ihnen eine Kerbe ins Ohr zu stanzen), damit man weiß, wer schon „dran" war und wer nicht. Bei weiblichen Tieren sollte der kastrierende Tierarzt sich selbstauflösendes Nahtmaterial verwenden, denn eine Katze die einmal in der Falle gesessen hat, wird sich so schnell kein zweites Mal  zum "Fädenziehen" fangen lassen! 

ÜBER DAS ZÄHMEN VON WILD GEBORENEN / VERWILDERTEN KATZEN

Sehr, sehr schwierig bei erwachsenen Tieren und vor allem zeitaufwendig. Das Einwildern, also das (wieder) zahm machen einer Streunerkatze kann unter Umständen Monate dauern und ist eher was für katzenerprobte Menschen mit viel Erfahrung (wiewohl es auch „Liebe auf den ersten Blick" und Naturtalente gibt)!
Gute Chancen mit recht guten Erfolgsaussichten bestehen bei verwilderten Hauskatzen, also solchen, die bereits Kontakt zu Menschen hatten, weil sie bei ihnen aufgewachsen sind, vorausgesetzt es gelingt, ihnen das Vertrauen zu Menschen zurückzugeben. Sind sie doch nicht ohne Grund „Streuner" geworden. Sei es, daß sie weggelaufen sind, weil das „freie Leben" „besser" war als ihr voriges, oder daß sie wie leider so oft zu Beginn der Ferienzeit, oder als ausgemusterte Zuchtmaschine ausgesetzt wurden...
Hier ist viel Geduld und vor allem Fingerspitzengefühl angesagt!
Schon „normale" Katzen sollte man nie zu etwas zwingen, was sie nicht wollen, aber bei einem Streuner muß Mensch sich noch viel mehr zurückhalten und wirklich warten können, bis die Katze zum Menschen kommt! Unterstützend kann man in dieser Phase Bachblüten geben:
direkt nach dem Einfangen die Rescue-/Notfalltropfen,
danach „Star of Bethlehem", um vorhandene Traumata aus der Vorgeschichte aufzuweichen bis evtl. aufzulösen.

Recht gute Chancen hat man dagegen bei Kitten und Jungtieren.
Manchmal werden bei Kastrationsaktionen hochträchtige Katzen oder auch säugende Mütter eingefangen. Ist das Muttertier nicht allzu menschenscheu, kann man die Welpen lange bei der Mutter lassen. Ist sie es nicht - und eine „wilde Mutter" kann eine wahre Furie sein, muß man leider die Kleinen doch recht früh, so ab der 7.-8. Woche von der Mutter trennen, um ihnen die nötige Prägung auf den Menschen zu geben, da sie sonst von der Mutter auf Mißtrauen dem Menschen gegenüber sozialisiert werden. Auf jeden Fall ist sollte man sich so viel wie möglich mit den Kleinen beschäftigen, damit sie einen guten Grundstock positiver Erfahrungen mit Menschen bekommen.Wenn es möglich ist, kann man eine sehr wilde, scheue Mutter zeitweise von ihren Jungtieren trennen, z.B. in einen anderen Käfig außer Hör- und Rufweite setzen, um sich in Ruhe mit den Kleinen beschäftigen zu können. Vorsicht ist jedoch auch bei solchen Maßnahmen geboten!  Die Mutter könnte als Reaktion auf den Streß des Trennens auch die Kleinen töten!

 

DAS FINANZIELLE PROBLEM

Alle diese  Aktionen kosten leider nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld.
Die meisten Aktionen werden immer noch privat organisiert, also von Menschen, die ihre ganze Freizeit und ihre finanziellen Ressourcen darauf verwenden, wild lebenden Katzen zu helfen. Sie fahren bei Wind und Wetter jeden Tag zu den Futterstellen, um die Tiere dort zu versorgen, sie nehmen Mütter mit Kindern oder mutterlose Würfe auf und ziehen sie von Hand auf, sie bieten sich als Pflegestellen an und/oder organisieren Kastrationsaktionen und Vermittlungen von eingefangenen Katzen.
Die meisten Tierheime sind mit Katzen überfüllt, finanziell ausgeblutet und können nicht in jedem Fall die Unterstützung leisten, die sie gerne leisten wollen - oder sollten. Es gibt Tierheime, die zweitweise die Aufnahme von Katzen völlig stoppen, da sie heillos überfüllt sind!  Dennoch lohnt es sich immer, auch dort um Rat zu fragen. Sei es, daß eine Lebendfalle zur Verfügung gestellt werden kann, daß sogenannte „Kastrationsgutscheine" ausgegeben werden oder aber zumindest ein Tierarzt genannt werden kann, der mit dem Tierheim zusammenarbeitet und demzufolge Sonderkonditionen anbietet.
Wer andererseits nicht selber aktiv werden kann (oder möchte), kann aber wiederum solchen Katzenschützern und Tierheimen helfen: durch Futter-, Sach- und Geldspenden!

 

DAS RECHTLICHE PROBLEM

Ein Problem kann die Fütterung bzw. Versorgung freilebender Katzen darstellen, wenn die Nachbarn dagegen angehen... Daher ist es besser, dies mit Zustimmung der Nachbarn zu tun, wenn irgend möglich.
Bei Birgit Lötzerich fand ich folgende, teils widersprüchlichen Urteile dazu:
1. Kein Füttern von mehr als 2 wildlebenden Katzen
Landgericht Trier, Az.: 3 S 6I / 95
2. Kein Füttern von mehreren wildlebenden Katzen. Wenn es den Nachbarn nicht gefällt, darf ein Grundstücksbesitzer nicht durch Fütterung verwilderte Katzen (hier: bis zu 10) anlocken.
Oberlandesgericht Köln, Az.: 13 U 199/88
3. Kein Füttern bei Anlockung von Ratten. Fütterung freilebender Katzen (hier: bis zu 8) kann selbst auf dem eigenen Grundstück untersagt werden, wenn dadurch Ratten - die als Krankheitsüberträger eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen - angelockt werden Oberverwaltungsgericht Koblenz, Az.: 6 A 12111/00
ABER
4. Fütterung herrenloser Katzen ist verpflichtend und kann nicht (s.u.) verboten werden. Der Rentner Günther K. darf weiterhin auf seinem Schrebergartengrundstück verwilderte Katzen füttern, auch wenn sich sein Nachbar hierdurch gestört fühlt - Die Klage des Nachbarn wurde abgewiesen.:Wer über Jahre hinweg freilebende (verwilderte) Haustiere gefüttert hat, muss sogar dafür sorgen, dass die Tiere nicht verhungern. Er ist dann nämlich - wie der Jurist sagt - »Garant«, weil er eine »enge Gemeinschaftsbeziehung« zu den Tieren hergestellt hat und »freiwillig Pflichten für deren Wohlbefinden« übernommen hat. Deshalb wurde auch die Klage des Nachbarn bereits vom Amtsgericht Elmshorn abgewiesen:
» Das Füttern von Tieren ist ein den Tierschutzbestimmungen entsprechendes Verhalten, das nicht im Wege der Besitzzerstörungsklage verboten werden kann!«
Landgericht Itzehoe, Az.: 2 O 489/86 - Urteil vom 16.03'87 - Amtsgericht Elmshorn (2. Instanz), Az.: 53 C 513/85 - Berufungsverfahren Landgericht Itzehoe, Az.: 4 S 22/86 - Schleswig Holsteinisches Oberlandesgericht Schleswig (3.+letzte Instanz), Az.: 14 U 91/87 v. 14.07.'88 (Urteil OLG liegt B. Lötzerich vor - handelt sich evtl aber um einen 2., ähnlichen Fall!)
Diese und weitere Urteile die Katzenhaltung betreffend sind bei Birgit Lötzerich nachzulesen.
Noch problematischer wird es bei Kastrationsaktionen, sollte einem aus Versehen Nachbars Katze in die Falle gehen! Daher wann immer möglich, solche Aktionen in Absprache mit den vor Ort lebenden Anwohnern angehen!!!!!!

 

ABSCHLIESSEND, SOZUSAGEN ALS SCHLUSSWORT möchte ich alle bitten: SCHAUT NICHT WEG!!!!!!!!

Schaut nicht weg, wenn Euch eine magere, struppige, heruntergekommene Katze über den Weg läuft. Nur weil sie sich so lange alleine durchgeschlagen hat, wird sie es auch weiter schaffen - sie wird es nicht. Nicht auf Dauer! Ein paar Dosen Futter machen niemanden arm...

Schaut nicht weg, wenn Nachbarn, Bekannte, sich weigern, ihre Freigängerkatzen und -Kater kastrieren zu lassen, weil sie ja nichts mit dem dadurch entstehenden Nachwuchs zu tun haben. Vernünftiges miteinander Reden und Aufklärungsarbeit über Katzenelend haben manchmal schon wahre "Wunder" bewirkt!

Schaut nicht weg, wenn unerwünschte Katzenkinder einfach verschenkt werden sollen, die Gefahr, daß sie in schlechte Hände geraten, ist zu groß, bietet lieber Hilfe bei der Vermittlung an!

Schaut nicht weg, wenn Futter- und Unterschlupfsplätze niedergemacht oder verboten werden sollen. Inzwischen gibt es Präzidenzurteile, daß verwilderte Katzen natürlich trotzdem "Haustiere" bleiben und dementsprechend zu füttern, bzw. zu versorgen sind! Es ist wider dem Tierschutzgesetz solche Tiere unversorgt zu lassen, auch wenn eine "Behörde" dies gern anordnen würde. Wehrt Euch gegen den behördlich auferlegten Hungertod dieser Katzen, - sie haben keine Stimme und können nicht für sich sprechen, Ihr schon ...

Schaut nicht weg, wenn ihr beim nächsten Sperrmüll alte Hundehütten, stabile Schränke, Decken oder ähnliches seht, sondern bringt sie denen, die sie für wildlebenden Katzen aufarbeiten und nutzen können.

Schaut nicht weg, wenn ihr an einem Spendencontainer für Tierheime vorbeikommt, steckt lieber ein, zwei Dosen hinein, Futter gibt es nie genug!

Aber schaut niemals einer scheuen, ängstlichen Katze direkt in die Augen, das wird sie als Bedrohung auffassen, sondern wartet lieber, während ihr Löcher in die Luft guckt, bis sie von sich aus kommt...

 


 

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