Straßenkatzen/Tierschicksale Teil 2

Die Katzen aus der Gärtnerei

wie alles begann...

 

Anfang November 2006 erreichte mich der Anruf einer "Tierschützerin", mit der Bitte in meinem Wohnort Hardegsen nach unversorgt zurückgelassenen Katzen zu sehen. Es handelte sich um eine ehemalige Gärtnerei in der Kernstadt Hardegsen die aufgegeben worden sei. Ich wußte zwar, daß es in Hardegsen eine Gärtnerei mit Ladengeschäft gibt, und daß diese von einem alten Ehepaar betrieben wird, aber mehr auch nicht. Natürlich habe ich mich der Sache angenommen, -im Tierschutz darf es kein langes Zögern geben wenn man helfen will. Inzwischen ist aus dem "mal nachsehen" bereits das zweite Jahr füttern von Straßenkatzen geworden und ich mache dies  völlig auf eigene Kosten und Regie, nachdem ich erfahren mußte, daß diese sogenannte "Tierschützerin" die mich erst auf den Fall aufmerksam gemacht hatte, nur "dumme Leute" sucht, die die Arbeit für sie machen. Bis heute habe ich von dieser Frau keine einzige Dose Futter für die Gärtnereikatzen erhalten, noch war sie in der Lage, owohl wir ausführlich darüber gesprochen haben, für ein oder zwei Katzen, die nicht mehr auf der Straße leben können, einen Gnadenhofplatz zu finden. Sie rief nur in unregelmäßigen Abständen bei mir an und fragte wie es denn in der Gärtnerei gehen würde! Auf die "Hilfe" solcher Personen kann ich gut verzichten und deshalb habe ich den Kontakt zu ihr schon vor einiger Zeit abgebrochen. Menschen wie diese Frau, die nur "große Reden" schwingen, und nicht bereit sind selber etwas zu tun braucht der Tierschutz nicht ! Vielleicht liest sie ja mal durch Zufall diese Seiten ... ! Aber nun zu dem eigentlichen "Fall" Gärtnerei. Vorab gesagt ist es ein trauriges Kapitel und zwar nicht nur für die Katzen dort.

Ich brachte in Erfahrung, daß der Mann des Gärtnereiehepaares gestorben war und die Frau allein das Geschäft nicht weiterführen konnte. Außerdem waren hohe Schulden auf dem alten Haus und die Bank drängte zum Verkauf... ! So zog die alte Dame schließlich im Sommer 2006 aus. Sie soll laut neuem Eigentümer nicht mehr als einen Koffer voll mit Kleidung mitgenommen haben ... Wie eng doch oft Menschenschicksale mit Tierschicksalen verbunden sind ! Ich habe auch Kontakt mit der alten Dame aufgenommen. Sie ist in eine kleine Mietwohnung gleich hinter der Gärtnerei gezogen. Sie lebt dort sehr isoliert, hat keinen Kontakt zu Nachbarn, keine Freunde, nur ihre Töchter kommen sie dann und wann besuchen. Sie sagte mir, es ginge ihr hier besser als vorher, aber ich bezweifle, daß sie das auch ehrlich so meinte ... ! Von ihren Katzen konnte sie keine mitnehmen, weil im Haus angeblich das Halten von Tieren verboten wäre. Sie hatte auch zwei alte Hunde. Einen haben Bekannte von ihr genommen, der andere landete im Tierheim ! Das Leben ist manchmal grausam,- zu Menschen, sowie zu Tieren.

Sie stellt jeden Tag für die Katzen Schüsseln mit Futter in die Hecke zum Gärtnereigrundstück. Doch da dort aber auch ein beliebter "Hundespazierweg" entlang führt, wird das meiste Katzenfutter wohl in Hundemägen landen. Auch will der neue Besitzer der Gärtnerei diese Art des Fütterns nicht und nimmt die Schüsseln dort weg wenn er sie sieht ...! Die Katzen sind inzwischen auch so scheu geworden, daß sie sich auch von der alten Dame nicht mehr locken und anfassen lassen.

Die alte Dame hatte 7 Katzen. Sie waren ihr zugelaufen und sie hatte sie gefüttert und die weiblichen Tiere kastrieren lassen um nicht ständig Nachwuchs zu haben. Die Katzen machten sich ihrerseits in der Gärtnerei nützlich, indem sie die Wühlmäuse und andere Nager unter Kontrolle hielten, die sonst die jungen Pflanzen aufgefressen hätten. Sie fütterte aber auch die Streuner aus der Nachbarschaft mit, also waren es manchmal auch mehr. Die Katzen durften sich bei ihr frei bewegen, d.h. immer raus und rein ins Haus wie sie wollten. Sie hatte viele Wolldecken für die Tiere und hat auch oft für sie "gekocht", ansonsten gab es reichlich Dosenfutter. Eigentlich ein kleines "Paradies" für die Tiere. Die Vertreibung aus diesem Paradies kam mit dem Verkauf des Hauses nebst Grundstück. Die neuen Eigentümer, ein junges Ehepaar mit zwei kleinen Kindern, mögen keine Katzen, aber insbesondere die Gärtnereikatzen hassen sie wohl, anders kann man es nicht nennen. Sie haben nie verstanden, warum die Katzen immer wieder versucht haben in das Haus zu gelangen, nachdem ihr "Frauchen", die alte Dame dort längst schon nicht mehr wohnte. Sie haben auch nicht verstanden, warum die Tiere sich auf jede Jacke, Decke oder ähnlich weiches Kleidungsstück legten, daß von den Kindern oder den Erwachsenen draußen in einem der alten Gewächshäuser liegengelassen wurde. Dann wurde sich über die "ekelhaften" Katzenhaare aufgeregt, die die Tiere an den Kleidungstücken zurückließen. ..

Das die Katzen nicht verstehen konnten, warum das Haus, daß immer ihr zu Hause gewesen ist, auf einmal "tabu" und verschlossen für sie war, und das sie nur Wärme auf den liegengelassenen Kleidungstücken suchten, haben die neuen Eigentümer nie verstanden. Ich habe versucht es ihnen zu erklären, aber Menschen die hassen wollen nicht verstehen ...

Zum Eklat kam es, als die alte Dame im September des Jahres 2006 ins Krankenhaus mußte, und nun niemand mehr die Katzen fütterte. Die hungrigen Tiere rissen in ihrer Verzweiflung die gelben Säcke in der ganzen Nachbarschaft auf und suchten darin nach Nahrung. Das schürte dann noch zusätzlich den Zorn der Nachbarn und sie setzten den neuen Eigentümer unter Druck etwas gegen dieses "Problem" zu tun.

Das "schlimmste" war jedoch der Katzenkot. Angeblich überall und zu riesigen Mengen auf dem Rasen nebst Nachbargrundstücke hinterlassen, ärgerte die neuen Besitzer am meisten. Tatsächlich habe ich gesehen, daß die Katzen ihren Kot dort oft nicht zukratzten, oder sogar auf betonierten Flächen ablegten. Ich habe mir meinen Teil dazu gedacht. Es war die einzige Möglichkeit für die Tiere ihr Mißfallen an der neuen Situation kund zu tun ... ! Jedenfalls sollten die Katzen dort möglichst rasch verschwinden. Zuerst hat man es wohl mit wegscheuchen und wegjagen versucht, wann immer sich eine Katze hat blicken lassen.... Traurig aber wahr !  Als das alles nichts half und die Tiere trotzdem blieben ( wo sollten sie denn auch hin ??? ) rief man dann bei dieser besagten Dame aus dem Tierschutz an und durch sie erfuhr ich im November 2006 dann von dem "Fall".

Ich habe lange, vernünftige Gespräche mit den neuen Besitzern geführt. Sie waren "dankbar", daß ihnen jemand helfen wollte. Wir kamen überein, daß ich die Katzen füttern dürfe um sie an mich zu gewöhnen und im Gegenzug sagte ich zu, wenn möglich von diesen Katzen welche dort weg zu holen, damit sich das "Problem" in der Zahl verringern würde.

So begann ich im November 2006 dort zu füttern. Die neuen Eigentümer sagten mir, sie hätten die Katzen auch schon gefüttert, damit sie nicht wieder gelbe Säcke aufreißen und es Ärger mit der Nachbarschaft gibt. Außerdem hätten sie einen "Schlafplatz" für die Katzen in einem der alten Gwächshäuser eingerichtet, damit diese nicht immer versuchten ins Haus zu kommen. Ich ließ mir beides zeigen als ich das erste Mal dort war. Es war mehr als nur ein trauriger Anblick. Das "Futter" bestand aus einer (Zitat: ach schon wieder leer??) leeren Schüssel mit verschimmelten Trockenfutterresten ( das Allerbilligste natürlich ) und der "Schlafplatz" war eine alte Decke auf den kalten Betonboden geworfen.... !!! Aber ich hatte ja Näpfe und Trocken- und Naßfutter ( Zitat: ach so viel brauchen die ? ) mitgebracht, weil ich soetwas schon  geahnt hatte.

Ich werde nie diesen Eindruck bei dem ersten Mal füttern vergessen. Wie gesagt, es war ein grauer, dunkler und verregneter Novembertag. Doch der Anblick von diesem Grundstück war das Schlimmste! Als normaler Mensch kann man sich soetwas nicht vorstellen und ich habe soetwas auch noch nie vorher gesehen. Überall lag Müll herum! Die alten Leute hatten über Jahre schon nicht mehr aufgeräumt. So türmten sich Berge von Plastikmüll ( Blumentöpfe in allen Größen und die Träger wo man die Töpfe reinstellen kann ) und anderem Müll auf dem gesamten Grundstück. Bei den alten Gewächshäusern waren die meisten Scheiben zerbrochen, und das Glas lag zersplittert herum. Auf dem Grundstück waren große wetterfeste "Tische" aufgebaut wo die Pflanzen früher wohl herangezogen wurden. Darauf standen Mengen von Blumetöpfen mit verdorrten Pflanzen darin. Das einzig Gute an diesen Tischen war, daß die Katzen darunter ein trockenes Plätzchen fanden. Von den Katzen habe ich an diesem ersten Tag übrigens gar nichts gesehen, und wenn welche da gewesen wären, hätte ich sie wahrscheinlich hinter dem vielen Müll und Unrat nicht bemerkt, so beeindruckt war ich von diesem fürchterlichen Anblick. Ich bin sonst nicht so empfindlich und habe auch keine besondere "sensorische Ader", aber ich hatte ( und habe auch heute noch ) das Gefühl, daß von diesem Ort etwas Bedrückendes, ja, Bedrohliches, etwas Schlechtes ausgeht. Wer weiß, das Grundstück und Haus befinden sich direkt an der alten Stadtmauer von Hardegsen. Vielleicht war hier früher ein "Gerichtsort" oder irgendetwas Schlimmes ist hier passiert. Ich hätte das Haus und Grundstück jedenfalls noch nicht einmal geschenkt genommen. Als ich an diesem Tag wieder nach Hause fuhr, hatte ich das Gefühl mir vielleicht doch etwas zuviel vorgenommen zu haben, obwohl ich ein positiv denkender Mensch bin. Aber wer "A" sagt muß auch "B" sagen und so führe ich das was ich dort begonnen habe bis heute durch.

 

Chrissie aus der Gärtnerei

Es war im Dezember 2006 als in der Gärtnerei eine neue Streunerin auftauchte. Sie gehörte jedenfalls nicht zu den Stammkatzen in der Gärtnerei. Ein zu Hause wo man sich um das Tier kümmerte konnte sie aber auch nicht haben, denn sie hatte struppiges, glanzloses Fell, die weißen Beine waren sehr dreckig, so als würde sie jeden Tag durch knöcheltiefen Schlamm waten und sie hatte Flöhe ohne Ende ! Außerdem schien sie großen Hunger zu haben...          Da es in unmittelbarer Nähe der Gärtnerei auch noch einen Bauernhof gibt, vermute ich, daß die Katze von dort kam. Aber sie war nicht so scheu wie die anderen Katzen. Nachdem sie mehrere Tage meine Lockversuche mißtrauisch beäugt hatte, ließ sie sich irgendwann streicheln und schmeichelte um meine Beine herum. Wenn ich gehen wollte, lief sie jedesmal mit bis zum Tor der Gärtnerei. Manchmal miaute sie dabei und schaute mich an. Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber es schien, als wollte sie mir sagen: nimm mich doch mit,- hier will ich nicht bleiben. Es war wie gesagt kurz vor Weihnachten... Irgendwie werde ich da immer besonders sentimental und möchte am liebsten alle Streuner von der Straße mitnehmen in ein schönes, warmes Zuhause mit viel Futter und Liebe....! Jedenfalls kam es, wie es kommen mußte und irgendwann brachte ich einen Transportkorb mit in die Gärtnerei, schnappte die überraschte Chrissie und nahm sie kurzerhand mit zu mir! Ein Nachbar der Gärtnerei sah diese Aktion und freute sich, daß es nun wieder eine Katze weniger dort wäre ....... !!!

Chrissie kam erstmal bei mir in einen ( geheizten ) Kellerraum, weil kein anderer Platz frei war. Flöhe und Würmer wurden bekämpft, sonst war sie offensichtlich gesund. Ich weiß nicht ob die Katzen jemals vorher in einem geschlossenen Raum gewesen ist, aber sie benahm sich vorbildlich, ja sie war richtig zufrieden. Erstmal viel fressen und richtig ausschlafen stand die ersten Tage auf dem Programm! Am heiligen Abend bekam Chrissie natürlich etwas ganz besonders Leckeres! Die Katze war zufrieden und meine Seele für diesen kleinen, glücklichen Moment auch! Wenn man auch nicht alle retten kann ( so wie in der Geschichte mit den Seesternen ), dann wenigstens doch einige und Chrissie gehörte dazu.

Mit meinen anderen Katzen hatte es mein Neuzugang aber nicht so sehr! War sie auch in der Gärtnerei verträglich mit anderen, dort lebenden Katzen gewesen, meinte sie nun den Keller allein für sich beanspruchen zu können und begann meine anderen Katzen zu scheuchen und anzufauchen. Es war zwar nur ein Kellerraum, aber vielleicht für Chrissie die vorher nie was Schönes kannte, ein kleines Paradies, und das wollte sie nun nicht mehr mit anderen teilen. So sah ich mich deshalb auch bald nach einem neuen Zuhause für diese Katze um und fand über das Internet eine junge Mutter mit einer kleinen Tochter, die gern eine Katze wollte, aber vom Tierheim keine bekam, wegen dem Kleinkind. Da ich Chrissie inzwischen gut kannte, und wußte,daß sie nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen war nahm ich Kontakt mit der jungen Frau auf ( die übrigens wirklich nett ist ) und nach ein paar Telefonaten ( ich hatte mir inzwischen auch selber angesehen wo Chrissie hinkommen würde ) brachte ich ihr Mitte Januar Chrissie nachhause.

Ich will es kurz machen: diese Vermittlung war ein voller Erfolg! Chrissie lief am ersten Abend in der Wohnung der jungen Frau umher ohne irgendwie Angst zu zeigen ( ich habe es ja selber gesehen ) und probierte einen kuscheligen Platz nach dem anderen aus! Das Erstaunen darüber wie weich Teppiche und Sofa`s sind, und wie toll das eigene Körbchen und der eigene Kratzbaum sind, war der Katze buchstäblich ins Gesicht geschrieben!!!

Noch heute telefoniere ich gelegentlich mit Chrissies neuer Besitzerin. Sie liebt diese Katze und umgekehrt sicher auch. Mit dem Kleinkind geht es übrigens auch prima. Chrissie hat ja auch gute Nerven und außerdem Freigang, wenn es in der Wohnung wirklich mal zu stressig wird. So eine gelungene Vermittlung macht natürlich wieder Mut. Ich wünschte, es wäre öfter alles so problemlos!!! Hier noch ein paar Fotos von Chrissie:

Chrissie in der Gärtnerei:

Chrissie, noch in der Gärtnerei

Chrissie bei mir im Keller

Chrissie im neuen Zuhause

 

Aber die Geschichte der Gärtnereikatzen geht weiter, leider diesmal sehr traurig:

 

Kater "Blacky"

 

Von Kater Blacky habe ich leider keine Fotos, aber jeder der Katzen kennt kann sich wohl einen großen, schwarzen Kater mit dickem Katerkopf vorstellen. So sah Blacky aus. Er gehöre zu den Gärtnereikatzen. Leider war der Kater nicht kastriert. Ob ihm dies zum Verhängnis geworden ist, oder ob ein böswilliger Mensch seine Hände mit im Spiel hatte, kann ich nur vermuten, denn Blacky ist tot.

Es war Anfang März 2007 als ich wie immer nach der Arbeit in der Gärtnerei füttern wollte. Erst habe ich Blacky gar nicht gesehen, doch dann hörte ich ein komisches Geräusch, so wie ein röcheln ...! Ich sah mich um und sah den schwarzen Kater in einer Ecke des Gewächshauses sitzen. Er hielt den Kopf leicht schief und das Mäulchen war offen. Als er mich sah, stand er schwerfällig auf und lief humpelnd in eine andere Ecke.  Ich erschrak. Der Kater sah aus, als wäre er von einem Auto angefahren worden ( oder wie vermutet, es hatte eventuell ein Mensch auf ihn eingeschlagen ). Blut war nicht zu sehen und offene Brüche auch nicht, aber er war verletzt. Leider war Blacky schon immer sehr scheu und mißtrauisch mir gegenüber. Einfach einfangen war nicht möglich. Ich versuchte es an diesem Tag zwar noch mit einer Decke, aber Blacky lief weg. Zumindest konnte er noch laufen, aber Sorge machte mir sein schiefgehaltener Kopf und das offene Mäulchen. Ich vermutete, daß der Kiefer verletzt war. Vielleicht war es ja doch ein Auto gewesen, denn im März war ja die Zeit der rolligen Kätzinnen und Blacky war vielleicht im "Liebesrausch" nicht vorsichtig gewesen und vor ein Auto gelaufen. Da er jedoch noch die Kraft hatte vor mir weg zu laufen, konnte ich nichts machen und fuhr erstmal nach Hause.

Am Abend kam ich dann nochmal wieder und suchte den Kater. Er lag in einer der Pappkartons, die als "Schlafkisten" von den Katzen genutzt werden. Ich wollte ihn einfangen und zum Tierarzt bringen. Es gelang mir eine mitgebrachte Pappe vor die Öffnung des Kartons zu halten und ich wollte gerade das Ganze mit Klebeband umwickeln, damit Blacky mir nicht entwischen sollte, da mobilisierte der kranke Kater alle seine Kräfte und riß mit den Pfoten an der Öffnung und wand sich so sehr, bis er draußen war. Ich konnte die Öffnung nicht zuhalten, so viel Kraft hatte der Kater noch. Jedenfalls lief er wieder weg. Enttäuscht über meinen Mißerfolg und wütend über mich selber mußte ich unverrichteter Dinge wieder gehen.

Ich hatte einwenig Hoffnung, daß wenn der Kater trotz seiner Verletzung noch so kräftig war, er sich vielleicht wieder erholen würde. Katzen sind ja erstaunlich zäh und widerstandsfähig. Die nächsten Tage sah ich Blacky danach überhaupt nicht mehr. Ich wollte aber auch keine Lebendfalle aufstellen, da ich nicht genug Zeit hatte diese in kurzen Abständen zu kontrollieren. Ich nahm auch Kontakt auf mit Blacky`s ehemaligem Frauchen, der alten Dame aus der Gärtnerei, aber sie sagte auch bei ihr wäre der Kater immer sehr scheu gewesen und auch sie konnte ihn nicht anfassen. Also hatte ich hier auch keine Hilfe zu erwarten.

Als ich schon dachte, er wäre gestorben, sah ich ihn nach 4 Tagen durch Zufall am Futter. Wieder machte ich mir Hoffnung, daß er sich erholen würde. Ich stellte extra weiches, breiiges Naßfutter und verdünnte Milch hin, damit der Kater trotz einer eventuellen Kieferverletzung etwas Futter auflecken konnte. Wenn ich den Kater suchte, lag er hinter dem Gewächshaus unter dort stehenden Ersatzscheiben und versteckte sich. Er lief jedoch jedes Mal weg, wenn er mich nur von Weitem sah, doch er humpelte noch immer. Er sah auch nicht besonders gut aus. Das Fell wurde stumpf und man sah, daß er sich nicht mehr putzte. Ich hätte ihm gern geholfen, aber ich wußte nicht wie.

So ging das vier Wochen lang. Ich sprach auch den neuen Eigentümer von der Gärtnerei offen darauf an, ob er dem Kater was getan hatte ( weil er mal so etwas angedeutet hatte, da Blacky immer gern in einem zum Haus gehörigen Schuppen schlief, was der neue Eigentümer auch nicht wollte... ! ), aber der sagte natürlich er wäre es nicht gewesen.

Wie gesagt, Blacky`s Geschichte endet sehr traurig. Es war Anfang April, also einen Monat nach dem "Unfall" ( ? ) des Katers, als der neue Besitzer der Gärtnerei mir erzähle, daß Blacky mehr tot als lebendig von Nachbarn, die dort Schafe halten, in der Futterkrippe der Schafe gefunden wurde, und sie ihn zum einschläfern zum Tierarzt gebracht hätten. Es war wohl das Beste so. Es tut mir nur leid, daß der Kater sich vier Wochen noch mit seiner Verletzung herumschleppen mußte, aber zwischen durch sah es auch immer mal wieder so aus, als würde er sich wieder erholen.

Es ist das grausame Schicksal der meisten Straßenkatzen daß Blacky hatte: wenn durch Krankheit oder Verletzung der Körper geschwächt ist, sterben sie einen langsamen, schlimmen Tod. Es tut mir nur so leid, daß ich ihm nicht helfen konnte. Ich kannte den Kater nicht lange und wußte auch nicht viel von ihm, aber sein Schicksal geht mir noch heute wo ich diese Zeilen schreibe nahe. Kater Blacky ist nur einer von  tausenden die diesen Weg gehen, oder schon gegangen sind, und die wenigsten Menschen kümmert es, daß ist das wirklich schlimme daran! Im Gegenteil, da wird sich darüber gefreut, daß es wieder eine Katze dort weniger ist !!!

In was für einer kalten, herzlosen Welt leben wir eigentlich ????

In trauriger Erinnerung zünde ich an:

 

  ... eine Kerze für Blacky,

                                           und für alle Straßentiere der Welt

 


 

 

 

 

 

 

 

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